Was ist vZEV?

Solarstrom vom Nachbarn kaufen, oder an ihn verkaufen. Ohne neue Leitungen, über das bestehende Stromnetz.

So funktioniert es

Familie Müller hat Solarpanels auf dem Dach. Tagsüber, wenn alle bei der Arbeit sind, produzieren die Panels mehr Strom als das Haus braucht. Bisher floss dieser Überschuss ins Netz, für 6 bis 10 Rappen pro Kilowattstunde (je nach Quartal und Marktpreis).

Familie Huber wohnt zwei Häuser weiter. Sie haben kein eigenes Dach für Solarpanels, kaufen ihren Strom also vom Netz, für etwa 27 Rappen pro Kilowattstunde.

Mit einem vZEV verkauft Familie Müller ihren Überschuss direkt an Familie Huber, zum Beispiel für 18 Rappen. Müller verdient mehr als vorher. Huber zahlt weniger als vorher.

Das Beste: Für diesen Strom fallen keine Netzgebühren an.

Warum? Der Strom fliesst nur über die Sammelschiene (Verteilkabine), das öffentliche Netz wird nicht genutzt. Die Kabel von der Sammelschiene zu den Häusern gehören den Eigentümern.

Virtuelle Verrechnung

Der Solarstrom wird zunächst vom Produzenten selbst verbraucht. Der Überschuss fliesst ins Netz und wird virtuell auf die anderen Teilnehmer des vZEV verteilt.

Das vZEV tritt gegenüber dem Netzbetreiber als ein einziger Endkunde auf. Die interne Verrechnung zwischen den Teilnehmern übernimmt ein Abrechnungsdienstleister wie EbOT.

Energiefluss-Diagramm vZEV

Was bedeutet das für mich?

Ich habe eine Solaranlage

Sie bekommen mehr für Ihren überschüssigen Strom. Die Rückliefertarife ans Netz liegen bei 6 bis 10 Rappen je nach Quartal (Mindestvergütung 6 Rp. für Anlagen unter 30 kWp).

Im vZEV verkaufen Sie an Ihre Nachbarn, zu einem Preis, den Sie selbst vereinbaren. Typisch sind 15 bis 20 Rappen, also deutlich mehr als die Netzeinspeisung bringt.

Ich möchte Solarstrom beziehen

Sie bekommen günstigen Solarstrom, ohne selbst Panels zu installieren. Der Preis liegt zwischen Rückliefertarif und Netzbezug, Sie zahlen also weniger als vom Netz.

Dazu kommt: Für lokal verbrauchten Strom im vZEV fallen keine Netzgebühren an. Das macht den Solarstrom vom Nachbarn nochmals günstiger.

Sie brauchen kein eigenes Dach, keine Investition, keine Installation.

Was muss ich tun?

  • 1

    Netztopologie herausfinden

    Mit wem kann ich überhaupt ein vZEV bilden? Das hängt davon ab, welche Gebäude an derselben Verteilkabine oder Trafostation hängen. Fragen Sie Ihren Netzbetreiber.

  • 2

    Nachbarn anfragen

    Wären Ihre Nachbarn bereit, mitzumachen? Falls konkrete Unterlagen gefordert sind oder eine Kosten-Nutzen-Zusammenstellung hilft: EbOT unterstützt Sie gerne dabei.

  • 3

    vZEV gründen und betreiben

    Anmeldung beim Netzbetreiber, Vertragswerk zwischen den Teilnehmern, laufende Abrechnung. Das können Sie selbst machen oder einen Dienstleister beauftragen.

EbOT unterstützt Sie bei:

Beratung + Simulation
Gründung
Abrechnung

Kann ich das?

vZEV ist seit Januar 2025 möglich. Ob es bei Ihnen funktioniert, hängt davon ab, wie Ihre Gebäude ans Stromnetz angeschlossen sind. Typischerweise sind es Gebäude an derselben Verteilkabine oder Trafostation. Fragen Sie Ihren Netzbetreiber.

Voraussetzungen

  • Die Solaranlage muss mindestens 10% der gesamten Anschlussleistung aller Teilnehmer abdecken

  • Alle brauchen einen Smart Meter (stellt der Netzbetreiber)

  • Für Mieter gilt: Der Strompreis darf maximal 80% des normalen Netzstroms betragen. Für Eigentümer ist der Preis frei.

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